Chirurgische und gynäkologische Kleintierklinik
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Stoßwellentherapie

Ab sofort startet an der Chirurgischen und Gynäkologischen Kleintierklinik eine Studie über Physiotherapie und Stoßwellentherapie bei der degenerativen Lumbosakralstenose (Synonym: Cauda Equina Syndrom) des Hundes


Worum geht es?
In der Studie geht es um physiotherapeutische Maßnahmen und Stoßwellentherapie zur Schmerzbehandlung der degenerative Lumbosakralstenose bei Hunden. Ziel dieser Studie ist es physiotherapeutische Maßnahmen und Stoßwellentherapie als nicht invasive Alternative zu anderen therapeutischen Strategien (z.B. chirurgische Dekompression oder epidurale Injektionen) zu untersuchen. Hierbei wird der schmerzlindernde Effekt eines Physiotherapieprogramms mit Stoßwellentherapie bei Hunden mit DLSS untersucht.

Gesucht werden:
Es werden Hunde gesucht, welche am Zentrum für Klinische Tiermedizin der Ludwig-Maximilians-Universität in München behandelt werden können. Diese Hunde sollten ausschließlich schmerzhafte Symptome im Zusammenhang mit der DLSS als Hauptsymptom aufweisen. Die Erkrankung sollte vorzugsweise durch eine MRT-Untersuchung (oder ein CT) bestätigt worden sein.

Ihre Vorteile:
Der Hund erhält eine kostenlose physiotherapeutische Evaluierung mit computerisierter Ganganalyse. Der/die Besitzer/in lernt bei uns, wie er/sie physiotherapeutische Übungen zu Hause einfach durchführen kann. Ein Physiotherapieplan wird für den Patienten zusammengestellt und der/die Besitzer/in werden dabei telefonisch durch unsere Doktorandin unterstützt. Je nach Gruppenzugehörigkeit wird eine Stoßwellentherapie sofort oder auf Wunsch nach 4 Wochen ohne Kosten für den/die Besitzer/in durchgeführt.


Degenerativen Lumbosakralstenose:
Bei einer lumbosakralen Stenose (Synonym: Cauda Equina Syndrom) handelt es sich um die Einengung des Spinalkanals im Bereich der kaudalen Lendenwirbelsäule und des Kreuzbeins. Die degenerative Lumbosakralstenose, die sekundär zu einer Hansen Typ II Protrusion der L7-S1 Bandscheibe in den Wirbelkanal entsteht, ist mit Abstand die häufigste Ursache des Cauda Equina Syndroms. Degenerative Lumbosakralstenose betrifft meist großwüchsige Rassen. Tierbesitzer berichten häufig von schwerfälligem Aufstehen, sowie Schwierigkeiten beim Treppensteigen, Springen oder Laufen. Im Bereich der Lendenwirbelsäule kann der Hund mit Schmerzen auf Berührungen reagieren. Es kommt vor, dass diese Symptome als Alterserscheinungen interpretiert werden.

Stoßwellentherapie:
Extrakorporale Stoßwellentherapie hat den Vorteil, dass sie bei fast allen Patienten ohne Sedation durchgeführt werden kann, mit sehr wenig Risiken gerechnet werden muss und die Therapie leicht durchführbar ist. Extrakorporale Stoßwellen sind akustische Wellen, die mit hohem Druck und hoher Geschwindigkeit außerhalb des Körpers generiert werden. Extrakorporale Stoßwellentherapie ist eine effektive konservative Methode, die nachweislich zur verstärkten Gewebsheilung führt, sowie einen analgetischen Effekt erzeugt. Sie stimuliert die Regeneration von verletztem Gewebe nach Traumata und verhindert die Schmerzentstehung durch eine Permeabilitätsänderung von Zellmembranen. Zusätzlich wird die axonale Nervenregeneration gefördert. Proentzündliche biochemische Vorgänge werden in ischämischem Gewebe supprimiert und Schwellungen reduziert. Bei Hunden wurde extrakorporale Stoßwellentherapie bereits bei Tendonitiden, Spondylosen, Pseudoarthrosen, zur verbesserten Knochenheilung, bei Osteoarthrose und auch bei degenerativer Lumbosakralstenose eingesetzt.


Ansprechpartner:
• • Studienleitung: Prof. Dr. Susanne Lauer; Chirurgische und Gynäkologische Kleintierklinik, Zentrum für Klinische Tiermedizin, der LMU München
• Koordination: Tierärztin und Doktorandin Julia Witte; E-Mail: stosswellentherapie@chir.vetmed.uni-muenchen.de
Mehr Informationen zur Stoßwellentherapie finden Sie unter folgendem Link:
https://www.pulsevet.com/propulse-new/


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